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VPD-Tabelle für Cannabis: Werte für Keimling, Wachstum und Blüte

31.08.20255 Min. Lesezeit

Pablo VegaPablo VegaFachautor für Hanfprodukte & Cannabinoide
VPD-Tabelle für Cannabis: Optimale Feuchtigkeitskontrolle im Grow-Raum

Inhaltsverzeichnis

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Kurz gesagt: Der VPD (Vapor Pressure Deficit, auf Deutsch Sättigungsdefizit) beschreibt, wie viel Wasserdampf die Luft noch aufnehmen kann. Er verbindet Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu einem Wert in Kilopascal (kPa) und sagt dir, wie stark die Luft Wasser aus den Blättern zieht. Für Cannabis nennt Royal Queen Seeds diese Zielbereiche: 0,4 bis 0,8 kPa für Keimlinge und Stecklinge, 0,8 bis 1,2 kPa in der Wachstumsphase, 1,0 bis 1,2 kPa in der frühen Blüte und 1,4 bis 1,6 kPa in der mittleren bis späten Blüte. Die Tabelle unten zeigt dir den VPD für gängige Kombinationen aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Was ist der VPD-Wert?

Der VPD ist die Differenz zwischen dem Wasserdampf, den die Luft bei einer bestimmten Temperatur maximal halten kann, und dem Wasserdampf, der tatsächlich in der Luft ist. Je höher der Wert, desto trockener wirkt die Luft auf die Pflanze. Er gilt als treibende Kraft für den Wassertransport von der Wurzel über das Blatt in die Luft (Grossiord et al., 2020).

Die relative Luftfeuchtigkeit allein reicht deshalb nicht aus. Warme Luft kann viel mehr Wasserdampf aufnehmen als kühle. Bei gleicher Prozentzahl verhält sich der Raum bei 20 °C anders als bei 28 °C. Der VPD berücksichtigt beides.

VPD berechnen: Formel und Beispiel

Die Formel lautet: VPD = Sättigungsdampfdruck minus tatsächlicher Dampfdruck. Der tatsächliche Dampfdruck ergibt sich aus der relativen Luftfeuchtigkeit. Für den Sättigungsdampfdruck in kPa nutzen wir die Magnus-Formel in der Form von Alduchov und Eskridge (1996):

Sättigungsdampfdruck = 0,61094 × e^(17,625 × T ÷ (T + 243,04)), mit T in °C.

VPD = Sättigungsdampfdruck × (1 − relative Luftfeuchtigkeit ÷ 100)

Ein Beispiel: Bei 24 °C beträgt der Sättigungsdampfdruck etwa 2,98 kPa. Bei 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit ergibt das 2,98 × (1 − 0,6) = 1,19 kPa. Du musst nicht jedes Mal rechnen: Die Tabelle unten und die Anzeige vieler Klimasensoren liefern den Wert direkt.

VPD-Tabelle: Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Werte sind mit der Formel oben berechnet und auf zwei Stellen gerundet. Sie gelten für die Lufttemperatur.

Temperatur 40 % RH 50 % RH 60 % RH 70 % RH 80 % RH
18 °C 1,24 1,03 0,82 0,62 0,41
20 °C 1,40 1,17 0,93 0,70 0,47
22 °C 1,58 1,32 1,06 0,79 0,53
24 °C 1,79 1,49 1,19 0,89 0,60
26 °C 2,01 1,68 1,34 1,01 0,67
28 °C 2,26 1,89 1,51 1,13 0,75
30 °C 2,54 2,12 1,69 1,27 0,85


Blätter sind meist etwas kühler als die Luft, weil Verdunstung Wärme entzieht. Der echte VPD an der Pflanze kann deshalb etwas niedriger liegen als in der Tabelle. Für den Heimgebrauch reicht die Lufttemperatur als Näherung.

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VPD für Keimlinge, Wachstum und Blüte

Phase VPD-Bereich Hinweis
Keimling und Steckling 0,4 bis 0,8 kPa hohe Luftfeuchtigkeit hilft jungen Pflanzen, ein gesundes Wurzelsystem aufzubauen
Wachstumsphase 0,8 bis 1,2 kPa ausgewogene Transpiration
Frühe Blüte 1,0 bis 1,2 kPa Transpiration bleibt in Gang, ohne dass die Luftfeuchtigkeit das Pilzrisiko erhöht
Mittlere bis späte Blüte 1,4 bis 1,6 kPa nicht dauerhaft über 1,6 kPa


Die Bereiche stammen aus dem VPD-Leitfaden von Royal Queen Seeds. Andere Anbieter nennen leicht abweichende Werte. Wichtiger als eine exakte Zahl ist, in der passenden Spanne für die Phase zu bleiben und Änderungen schrittweise vorzunehmen.

VPD in der Blüte: Zu hoch oder zu niedrig?

Ein zu hoher VPD lässt die Pflanze die Spaltöffnungen schließen. Das senkt laut Royal Queen Seeds die Photosynthese und die Nährstoffaufnahme. Ein zu niedriger VPD bedeutet sehr feuchte Luft. In der Blüte erhöht das das Risiko für Pilzbefall. Wie du Schimmel an den Blüten erkennst, erklärt unser Artikel zu Budrot.

VPD anpassen: Das hilft in der Praxis

  • VPD senken: Luftfeuchtigkeit mit einem Luftbefeuchter erhöhen oder die Temperatur leicht senken.
  • VPD erhöhen: Luftfeuchtigkeit mit einem Entfeuchter senken oder die Temperatur leicht erhöhen.
  • Luft bewegen: Umluftventilatoren verhindern feuchte Zonen rund um die Blätter.
  • Messen: Ein Thermo-Hygrometer in Pflanzenhöhe zeigt, was die Pflanze erlebt. Der Wert unter der Decke kann abweichen.

Beleuchtung beeinflusst vor allem die Temperatur im Raum. Prüfe deshalb nach einem Lampenwechsel oder einer Änderung der Lichtstärke noch einmal deine Werte. Mehr zur Lichtmenge findest du im Artikel zu PPFD, mehr zu Temperatur und Feuchte im Artikel Cannabis Luftfeuchtigkeit.

Häufige Fehler beim VPD

  • Nur auf die Luftfeuchtigkeit schauen: Dieselben 60 Prozent bedeuten bei 20 °C und bei 28 °C einen deutlich anderen VPD, wie die Tabelle zeigt.
  • Auf eine einzelne Zahl zielen: Die Bereiche sind Orientierung. Ständiges Nachregeln auf einen exakten Wert macht das Klima eher unruhig.
  • Zu hoher VPD in der späten Blüte: Werte über 1,6 kPa bedeuten Stress durch Wasserverlust.
  • Sensor an der falschen Stelle: Miss auf Höhe der Pflanzen, nicht in der Nähe der Lampe oder der Abluft.

Passendes Zubehör wie Sensoren und weitere Hilfsmittel findest du in der Kategorie Cannabis Zubehör.

So ist dieser Artikel entstanden

Dieser Ratgeber wurde von unserer Redaktion geschrieben und am 2. Oktober 2026 vollständig überarbeitet. Die VPD-Bereiche stammen aus der unten verlinkten Quelle, die Tabelle ist mit der angegebenen Formel berechnet. Der Anbau von Cannabis unterliegt in Deutschland gesetzlichen Grenzen. Der Artikel ersetzt keine rechtliche Beratung.

Quellen

  1. Royal Queen Seeds: VPD, wie der Dampfdruckunterschied den Ertrag steigern kann (englischer Originaltitel: VPD: How can vapour pressure deficit boost cannabis yields). royalqueenseeds.com
  2. Grossiord C, Buckley TN, Cernusak LA, et al. Plant responses to rising vapor pressure deficit. New Phytologist. 2020. doi:10.1111/nph.16485
  3. Alduchov OA, Eskridge RE. Improved Magnus form approximation of saturation vapor pressure. Journal of Applied Meteorology. 1996;35(4):601-609. ADS

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Pablo Vega, Autor

Redakteur und Recherche-Autor

Pablo Vega schreibt über Cannabis, neue Cannabinoide und den deutschen Hanfmarkt. Sein Anspruch: jeden Artikel so aufbereiten, dass Leser eine konkrete Frage beantwortet bekommen, ohne sich durch Marketing-Floskeln arbeiten zu müssen.

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